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Verfestigte Lebensgemeinschaft nachweisen – Bedeutung für den nachehelichen Unterhalt einfach erklärt

Autor: Svenja Meismann, Mitglied Board of Directors World Association of Detectives
geprüft von: Alfons Meismann, Chefdetektiv mit 50+ Jahren Erfahrung, Mitglied WAD, BuDEG, ÖDV
Letzte redaktionelle Aktualisierung: Juli 2026

Eine verfestigte Lebensgemeinschaft, umgangssprachlich häufig auch als eheähnliche Gemeinschaft oder eheähnliches Verhältnis bezeichnet, kann erhebliche Auswirkungen auf den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt haben bis hin zur Unterhaltsverwirkung.

Ob Ihr Unterhaltsanspruch dadurch gefährdet oder gemindert wird, entscheidet jedoch nicht Ihr neuer Partner, sondern allein das Familiengericht im Rahmen einer Gesamtwürdigung Ihrer konkreten Lebensumstände.

Maßgeblich sind hierbei vor allem die wirtschaftliche und soziale Verflechtung, eine gemeinsame Haushaltsführung und eine auf Dauer angelegte Lebensplanung. Die Dauer der Beziehung kann zwar ein wichtiges Indiz sein, entscheidend ist jedoch stets die Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls.

Besteht ein konkreter Verdacht, kann eine rechtmäßige Dokumentation der tatsächlichen Lebensumstände dazu beitragen, den Sachverhalt objektiv aufzuklären.

Eine Detektei unterstützt Sie hier, indem sie durch Observationen im öffentlichen Raum, Recherchen und Befragungen im Umfeld sowie weitere zulässige Ermittlungsmaßnahmen objektive Tatsachen festhält. Die gewonnenen Erkenntnisse können dem beauftragten Fachanwalt als Grundlage für die rechtliche Bewertung und das Verfahren vor dem Familiengericht im Zusammenhang mit Ehegattenunterhalt dienen.

Viele Betroffene fragen sich, ab wann eine neue Partnerschaft rechtlich als verfestigte Lebensgemeinschaft gilt und welche Folgen dies für den Unterhaltsanspruch haben kann. Genau diese Fragen beantwortet dieser Ratgeber.

Kurz erklärt: Was ist eine verfestigte Lebensgemeinschaft?

Eine verfestigte Lebensgemeinschaft liegt vor, wenn zwei Personen in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft zusammenleben und ihre Lebensverhältnisse so eng miteinander verflochten sind, dass dies unterhaltsrechtliche Bedeutung haben kann. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet stets das Familiengericht anhand der Umstände des Einzelfalls.

Was ist eine eheähnliche Gemeinschaft und welche Bedeutung hat sie für den nachehelichen Unterhalt?

Die Begriffe verfestigte Lebensgemeinschaft, eheähnliche Gemeinschaft, eheähnliches Verhältnis und nichteheliche Lebensgemeinschaft werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet. Im Unterhaltsrecht ist jedoch stets entscheidend, ob nach den Umständen des Einzelfalls eine verfestigte Lebensgemeinschaft im Sinne der Rechtsprechung vorliegt.

Eine eheähnliche oder verfestigte Lebensgemeinschaft kann Auswirkungen auf Ihren Anspruch auf nachehelichen Unterhalt haben. Je nach den Umständen des Einzelfalls kann der Unterhaltsanspruch herabgesetzt, zeitlich begrenzt oder sogar ausgeschlossen werden.

Entscheidend ist, ob Ihre neue Partnerschaft nach ihrer tatsächlichen Ausgestaltung als verfestigte Lebensgemeinschaft anzusehen ist. Dies beurteilt das Familiengericht anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls.

Rechtliche Grundlage dafür ist § 1579 BGB. Die bloße Existenz eines neuen Partners oder gelegentliche Übernachtungen genügen dafür jedoch nicht. Vielmehr müssen konkrete Indizien für eine auf Dauer angelegte Partnerschaft vorliegen, wie etwa:

  • ein dauerhaftes Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt,
  • eine gemeinsame wirtschaftliche Verflechtung (z. B. gemeinsame Konten oder Kostenbeteiligung),
  • eine gemeinsame Lebensplanung (z. B. gemeinsame Urlaube oder Zukunftsplanung),
  • ein gemeinsames Auftreten nach außen (etwa im Freundes- oder Familienkreis),
  • eine auf Dauer angelegte Beziehung mit gegenseitigem Einstehen im Alltag.

Kein einzelnes Merkmal ist für sich allein ausschlaggebend. Erst das Gesamtbild aller Umstände entscheidet darüber, ob das Familiengericht von einer verfestigten Lebensgemeinschaft ausgeht.

Im Unterschied zur Ehe entstehen durch eine nichteheliche Partnerschaft grundsätzlich nicht dieselben gesetzlichen Rechte und Pflichten. Für die unterhaltsrechtliche Beurteilung kommt es vielmehr auf die tatsächliche Gestaltung der Lebensverhältnisse an.

Welche Auswirkungen hat eine verfestigte Lebensgemeinschaft auf den Unterhaltsanspruch?

Eine verfestigte Lebensgemeinschaft kann erhebliche Auswirkungen auf Ihren Anspruch auf nachehelichen Unterhalt haben. Je nach den Umständen des Einzelfalls kann das Familiengericht den Unterhaltsanspruch herabsetzen, zeitlich begrenzen oder sogar vollständig ausschließen.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Existenz eines neuen Partners. Maßgeblich ist vielmehr, ob die neue Partnerschaft nach ihrer tatsächlichen Ausgestaltung als verfestigte Lebensgemeinschaft anzusehen ist. Dabei berücksichtigt das Familiengericht insbesondere eine gemeinsame Haushaltsführung, wirtschaftliche Verflechtungen sowie weitere Umstände, die auf eine auf Dauer angelegte Partnerschaft schließen lassen.

Für Unterhaltsberechtigte

Für Sie als unterhaltsberechtigte Person bedeutet das: Sie sollten frühzeitig prüfen lassen, ob Ihre neue Partnerschaft bereits als verfestigte Lebensgemeinschaft eingestuft werden könnte. So lassen sich unangenehme Überraschungen im Unterhaltsverfahren vermeiden und die rechtlichen Auswirkungen besser einschätzen, wenn beispielsweise der Ex-Ehegatte eine Beweisführung versucht.

Für Unterhaltspflichtige

Für Sie als unterhaltspflichtige Person kann es sinnvoll sein, berechtigte Zweifel an den Angaben Ihres ehemaligen Partners durch objektive Tatsachen überprüfen zu lassen. Eine rechtmäßige Beweissicherung, etwa durch die Dokumentation gemeinsamer Aktivitäten oder tatsächlicher Lebensumstände, kann dazu beitragen, den Sachverhalt objektiv aufzuklären und Ihrem Fachanwalt eine fundierte Grundlage für das familiengerichtliche Verfahren zu liefern.

Einsatz einer Detektei beim Nachweis einer eheähnlichen Gemeinschaft

Eine Detektei kann den Nachweis einer verfestigten Lebensgemeinschaft unterstützen, indem sie rechtmäßig gewonnene Tatsachen dokumentiert.

Dies kann beispielsweise durch die Beobachtung des täglichen Zusammenlebens, gemeinsamer Unternehmungen oder Nachweis von gemeinsamen Einkäufen geschehen. Ein Privatdetektiv dokumentiert ausschließlich rechtmäßig gewonnene Tatsachen. Ob diese Erkenntnisse im konkreten Verfahren als Beweismittel verwertet werden und welchen Beweiswert sie besitzen, entscheidet ausschließlich das zuständige Familiengericht.

Dabei wird die Privatsphäre der Beteiligten gewahrt und gleichzeitig sichergestellt, dass die notwendigen Beweise sorgfältig und professionell dokumentiert werden.

Eine Detektei ist durch zielgerichtete Ermittlungen in der Lage, Beweise für das Zusammenleben zu sammeln. Hand in Hand mit Ihrem Rechtsanwalt für Familienrecht kann so eine Strategie entwickelt werden, die für Sie vor Gericht besondere Bedeutung haben kann. Der Anspruch auf Zahlungen nach der Trennung kann in Gänze entfallen.

Informieren Sie sich hier weiter zum Thema Ermittlungen zu Betrug bei nachehelichem Unterhalt.

Eheähnliches Verhältnis » Detektiv beweist verfestigte Lebensgemeinschaft

Detektive weisen eine eheähnliche Lebensgemeinschaft nach.

Welche Umstände können auf eine verfestigte Lebensgemeinschaft hindeuten?

Je nach Einzelfall können unter anderem folgende tatsächliche Umstände von Bedeutung sein:

  • regelmäßige gemeinsame Übernachtungen
  • dauerhaft gemeinsamer Haushalt
  • gemeinsames Einkaufen
  • gemeinsame Urlaubsreisen
  • Nutzung desselben Fahrzeugs
  • gemeinsames Auftreten im Freundes- oder Familienkreis
  • wirtschaftliche Verflechtungen
  • gegenseitige Unterstützung im Alltag

Keines dieser Merkmale reicht für sich allein aus. Erst die Gesamtbetrachtung entscheidet darüber, ob das Familiengericht eine verfestigte Lebensgemeinschaft annimmt.

Nicht jede Observation ist zulässig

Ermittlungen von Detekteien müssen stets verhältnismäßig sein und dürfen die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen nicht unverhältnismäßig beeinträchtigen.

Unzulässige Maßnahmen wie etwa heimliche Aufnahmen aus dem geschützten Privatbereich oder eine unverhältnismäßige Dauerüberwachung können dazu führen, dass gewonnene Erkenntnisse vor Gericht nicht verwertet werden dürfen.

Seriöse Detekteien planen deshalb jede Ermittlung unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung und der datenschutzrechtlichen Vorgaben.

Welche Indizien dokumentiert eine Detektei in der Praxis?

Nicht jede Observation dient lediglich dazu, gemeinsame Übernachtungen festzustellen. Je nach Sachverhalt dokumentieren unsere Ermittler beispielsweise:

  • Nutzung des Haustürschlüssels
  • regelmäßiges Verlassen und Betreten derselben Wohnung
  • morgendliche und abendliche Routinen
  • gemeinsames Bringen oder Abholen von Kindern
  • gemeinsames Einkaufen einschließlich Transport der Einkäufe in dieselbe Wohnung
  • Nutzung desselben Fahrzeugs
  • Gartenarbeiten oder Renovierungen am gemeinsamen Wohnsitz
  • gegenseitige Unterstützung im Alltag
  • gemeinsames Auftreten bei Familienfeiern oder öffentlichen Veranstaltungen

Gerade die Kombination vieler kleiner Einzelbeobachtungen kann im Rahmen der gerichtlichen Gesamtwürdigung von Bedeutung sein.

Unsere Ermittlungen bestehen allerdings nicht aus einer einmaligen Observation. Vielmehr werden mehrere zeitlich getrennte Einsätze geplant. Dadurch lässt sich feststellen, ob bestimmte Verhaltensmuster regelmäßig auftreten oder lediglich zufällige Begegnungen darstellen.

Ergänzend können im rechtlich zulässigen Bereich öffentlich zugängliche Informationen aus offenen Quellen (OSINT) ausgewertet werden, etwa öffentlich einsehbare Social-Media-Beiträge oder sonstige frei verfügbare Informationen.

Rechtsprechung zur verfestigten Lebensgemeinschaft

Das Oberlandesgericht Koblenz entschied mit Urteil vom 29. April 2004, dass eine verfestigte Lebensgemeinschaft zum Wegfall des nachehelichen Unterhalts führen kann, wenn zwischen den neuen Partnern eine enge wirtschaftliche und persönliche Bindung besteht (OLG Koblenz, Az. 13 UF 567/03).

Nach Auffassung des Gerichts ist es hierfür nicht zwingend erforderlich, dass beide Partner dauerhaft in einer gemeinsamen Wohnung leben. Entscheidend ist vielmehr, ob die tatsächlichen Lebensumstände auf eine auf Dauer angelegte Partnerschaft mit gegenseitigem Einstehen schließen lassen.

Im entschiedenen Fall hielt sich der neue Lebenspartner regelmäßig im Haushalt der unterhaltsberechtigten Frau auf. Darüber hinaus wohnte er zeitweise in einer Einliegerwohnung des Hauses, übernahm finanzielle Verantwortung, bürgte für Verbindlichkeiten und gewährte seiner Partnerin ein Darlehen. Das Gericht bewertete diese wirtschaftliche Verflechtung als so eng, dass für den Unterhaltsanspruch eine Verwirkung angesehen wurde.

Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs zur verfestigten Lebensgemeinschaft

Mit Urteil vom 13. Juli 2011 (Az. XII ZR 84/09) hat der Bundesgerichtshof die heute maßgeblichen Grundsätze zur verfestigten Lebensgemeinschaft in seiner Entscheidung bestätigt.

Nach Auffassung des BGH kommt es nicht auf einzelne Merkmale oder die finanzielle Leistungsfähigkeit des neuen Partners an. Entscheidend ist vielmehr, ob objektive, nach außen erkennbare Umstände darauf schließen lassen, dass sich der unterhaltsberechtigte frühere Ehegatte endgültig aus der ehelichen Solidarität gelöst hat.

Als wichtige Indizien nennt der Bundesgerichtshof unter anderem:

  • einen über längere Zeit geführten gemeinsamen Haushalt,
  • ein gemeinsames Auftreten und Verhalten in der Öffentlichkeit,
  • größere gemeinsame Investitionen,
  • eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft sowie
  • weitere objektive Umstände, die für eine enge persönliche und wirtschaftliche Verbundenheit sprechen.

Der Bundesgerichtshof betont ausdrücklich, dass stets eine Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls erforderlich ist. Keines der genannten Merkmale genügt für sich allein, um eine verfestigte Lebensgemeinschaft anzunehmen.

Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung erbringen. Ob im Einzelfall eine verfestigte Lebensgemeinschaft vorliegt und welche Auswirkungen dies auf den Unterhaltsanspruch hat, kann ausschließlich ein Rechtsanwalt beurteilen.

Häufige Fragen zur verfestigten Lebensgemeinschaft und zum Unterhalt

Wann liegt eine verfestigte Lebensgemeinschaft vor?

Eine verfestigte Lebensgemeinschaft kann vorliegen, wenn eine neue Partnerschaft auf Dauer angelegt ist und nach außen den Eindruck vermittelt, dass die Partner füreinander einstehen und ihre Lebensverhältnisse miteinander verbunden haben. Mögliche Indizien sind ein gemeinsamer Haushalt, regelmäßige gemeinsame Übernachtungen, wirtschaftliche Verflechtungen, gemeinsame Urlaube, gegenseitige Unterstützung im Alltag und ein gemeinsames Auftreten im Familien- oder Freundeskreis.

Keines dieser Merkmale genügt für sich allein. Entscheidend als Gründe für eine Entscheidung sind stets die gesamte Würdigung aller Umstände durch das Familiengericht.

Wie lange muss eine Beziehung bestehen, damit sie als verfestigt gilt?

Eine gesetzlich festgelegte Mindestdauer gibt es nicht. In der Rechtsprechung spielte vielfach eine Beziehungsdauer von etwa zwei bis drei Jahren eine wichtige Rolle. Eine verfestigte Lebensgemeinschaft kann im Einzelfall jedoch auch früher angenommen werden, wenn besonders deutliche Anzeichen für eine dauerhafte und enge Verbindung vorliegen. Es kommt also auf die Umstände des Einzelfalls und des Erscheinungsbilds in der Öffentlichkeit an.

Umgekehrt führt auch eine langjährige Partnerschaft nicht automatisch zum Wegfall des Unterhalts. Maßgeblich bleiben die tatsächliche Ausgestaltung der Beziehung und ihr nach außen erkennbares Erscheinungsbild.

Müssen die Partner in einer gemeinsamen Wohnung leben?

Nein. Ein gemeinsamer Haushalt ist ein starkes Indiz, aber keine zwingende Voraussetzung für eine verfestigte Lebensgemeinschaft. Auch getrennte Wohnungen schließen eine solche Partnerschaft nicht aus, wenn die Partner tatsächlich einen wesentlichen Teil ihres Alltags gemeinsam verbringen, füreinander einstehen und nach außen als dauerhaft verbundenes Paar auftreten.

Das Familiengericht betrachtet daher nicht nur die Meldeadressen, sondern die tatsächlichen Lebensumstände.

Reichen regelmäßige Übernachtungen bei einem neuen Partner als Beweis aus?

Regelmäßige Übernachtungen können ein wichtiges Indiz sein, reichen für sich allein jedoch meist nicht aus. Hinzukommen können beispielsweise gemeinsame Einkäufe, längere Aufenthalte, gemeinsame Wochenenden und Urlaube, die Nutzung derselben Fahrzeuge, eine Beteiligung an Haushaltskosten oder ein erkennbares Einstehen füreinander.

Erst die Verbindung mehrerer solcher Tatsachen kann ein aussagekräftiges Gesamtbild ergeben.

Reicht ein gemeinsamer Urlaub für eine verfestigte Lebensgemeinschaft?

Nein. Ein gemeinsamer Urlaub allein genügt in der Regel nicht, um eine verfestigte Lebensgemeinschaft nachzuweisen. Auch mehrere gemeinsame Reisen sind für sich genommen noch kein ausreichender Beleg dafür, dass eine auf Dauer angelegte Partnerschaft mit unterhaltsrechtlicher Bedeutung besteht.

Das Familiengericht bewertet stets das Gesamtbild der Lebensverhältnisse. Erst wenn zu gemeinsamen Urlauben weitere Umstände hinzukommen, etwa ein gemeinsamer Haushalt, regelmäßige Übernachtungen, wirtschaftliche Verflechtungen oder ein dauerhaftes gemeinsames Auftreten als Paar, kann dies ein Indiz für eine verfestigte Lebensgemeinschaft sein.

Spielt das Einkommen des neuen Partners eine Rolle?

Für die Frage, ob eine verfestigte Lebensgemeinschaft im Sinne des § 1579 BGB und § 1579 Nr 2 BGB besteht, kommt es grundsätzlich nicht darauf an, ob der neue Partner wohlhabend oder überhaupt in der Lage ist, Unterhalt zu leisten. Entscheidend ist vielmehr, ob sich die unterhaltsberechtigte Person durch die neue verfestigte Partnerschaft erkennbar aus der fortwirkenden ehelichen Solidarität gelöst hat.

Wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den neuen Partnern können dennoch ein Indiz für die Intensität und Dauerhaftigkeit ihrer Lebensgemeinschaft sein.

Wer muss eine verfestigte Lebensgemeinschaft nachweisen?

Grundsätzlich muss die unterhaltspflichtige Person die Tatsachen darlegen und beweisen, aus denen sich eine verfestigte Lebensgemeinschaft ergeben soll. Eine bloße Vermutung oder der Hinweis, dass ein neuer Partner vorhanden ist, genügt dafür regelmäßig nicht.

Erforderlich sind möglichst konkrete und nachvollziehbar dokumentierte Tatsachen. Welche Nachweise im Einzelfall benötigt werden, sollte vor Beginn von Ermittlungen mit einem Fachanwalt für Familienrecht abgestimmt werden.

Wie kann eine Detektei eine verfestigte Lebensgemeinschaft nachweisen?

Eine Detektei kann die tatsächlichen Lebensumstände durch rechtmäßige Ermittlungsmaßnahmen dokumentieren. Dazu gehören insbesondere zeitlich begrenzte Observationen im öffentlich einsehbaren Raum, Recherchen im Wohnumfeld sowie die nachvollziehbare Dokumentation gemeinsamer Aufenthalte, Übernachtungen, Unternehmungen oder regelmäßig wiederkehrender Tagesabläufe.

Der Detektiv bewertet dabei nicht selbst, ob rechtlich eine eheähnliche Lebensgemeinschaft vorliegt. Er stellt objektive Tatsachen fest, die der beauftragte Rechtsanwalt auswerten und in das familiengerichtliche Verfahren einbringen kann.

Wann sollte ich eine Detektei in Unterhaltsfällen beauftragen?

Eine Detektei sollte nicht ohne konkrete Anhaltspunkte beauftragt werden. Besteht lediglich ein allgemeiner Verdacht, kann dies sowohl die Erfolgsaussichten der Ermittlungen als auch die spätere Erstattungsfähigkeit der Detektivkosten beeinträchtigen. Sinnvoll ist daher im Zweifel eine vorherige Abstimmung mit dem beauftragten Fachanwalt sowie eine sorgfältige Prüfung des konkreten Sachverhalts.

Welche Ermittlungsmaßnahmen sind beim Nachweis zulässig?

Zulässig können insbesondere Beobachtungen im öffentlichen Raum sowie Foto- und Videodokumentationen sein, sofern hierfür ein berechtigtes Interesse besteht und die Maßnahmen verhältnismäßig durchgeführt werden. Unzulässig sind dagegen beispielsweise das heimliche Abhören von Gesprächen, das Eindringen in Wohnungen oder das Anbringen eines GPS-Senders an einem fremden Fahrzeug.

Welche Maßnahmen im konkreten Fall rechtmäßig und sinnvoll sind, muss stets vorab anhand der individuellen Umstände geprüft werden.

Können Detektivberichte vor dem Familiengericht verwendet werden?

Ja. Ein professionell erstellter Detektivbericht kann als Beweismittel oder zur Vorbereitung weiteren Beweisantritts in einem familiengerichtlichen Verfahren dienen. Zusätzlich kann der eingesetzte Ermittler gegebenenfalls als Zeuge zu seinen persönlichen Beobachtungen vernommen werden.

Ob und mit welchem Beweiswert die Erkenntnisse im konkreten Verfahren berücksichtigt werden, entscheidet nur das zuständige Familiengericht.

Können die Kosten einer Detektei im Unterhaltsverfahren erstattet werden?

Detektivkosten können unter bestimmten Voraussetzungen zu den erstattungsfähigen Verfahrenskosten gehören. Voraussetzung ist insbesondere, dass die Ermittlungen aus Sicht einer verständigen Partei notwendig waren, sich auf den maßgeblichen Sachverhalt beschränkten und die gewonnenen Erkenntnisse rechtmäßig verwendet werden dürfen.

Eine automatische Kostenerstattung gibt es jedoch nicht. Unverhältnismäßige oder rechtswidrige Ermittlungsmaßnahmen können von der Erstattung ausgeschlossen sein. Daher empfiehlt es sich, den geplanten Auftrag und seinen Umfang zuvor mit dem eigenen Rechtsanwalt abzustimmen.

Was geschieht, wenn die verfestigte Lebensgemeinschaft später endet?

Das Ende einer verfestigten Lebensgemeinschaft führt nicht zwangsläufig dazu, dass ein zuvor herabgesetzter oder ausgeschlossener Unterhaltsanspruch automatisch und in voller Höhe wieder auflebt. Erforderlich ist erneut eine umfassende rechtliche Prüfung der Umstände des Einzelfalls.

Eine besondere Bedeutung können dabei die Betreuung gemeinsamer Kinder, die Dauer der früheren Ehe, die Dauer der neuen Lebensgemeinschaft und die weiterhin bestehende nacheheliche Solidarität haben.

Kann das Verschweigen einer neuen Partnerschaft rechtliche Folgen haben?

Allein das Bestehen einer neuen Partnerschaft ist nicht rechtswidrig. Werden in einem Unterhaltsverfahren jedoch bewusst falsche oder unvollständige Angaben zu den tatsächlichen Lebensverhältnissen gemacht, kann dies erhebliche Auswirkungen auf das Verfahren haben.

Ob darüber hinaus Rückforderungsansprüche oder weitere rechtliche Konsequenzen entstehen, hängt von den konkreten Umständen ab und sollte durch einen Fachanwalt geprüft werden.

Gilt § 1579 BGB auch für Trennungsunterhalt?

§ 1579 BGB betrifft unmittelbar den nachehelichen Unterhalt nach der Scheidung. Beim Trennungsunterhalt gelten teilweise andere rechtliche Maßstäbe. Eine neue Partnerschaft kann deshalb während der Trennungszeit nicht ohne Weiteres nach denselben Kriterien behandelt werden wie nach der rechtskräftigen Scheidung.

Betroffene sollten daher genau unterscheiden, ob es um Trennungsunterhalt oder nachehelichen Unterhalt geht, und die Rechtslage im konkreten Fall fachanwaltlich prüfen lassen.

Ist eine verfestigte Lebensgemeinschaft dasselbe wie eine Ehe?

Nein. Eine nichteheliche oder verfestigte Lebensgemeinschaft begründet grundsätzlich nicht dieselben gesetzlichen Rechte und Pflichten wie eine Ehe. Insbesondere entsteht allein durch das Zusammenleben regelmäßig keine gesetzliche gegenseitige Unterhaltspflicht zwischen den neuen Partnern.

Für den nachehelichen Unterhalt kann die tatsächliche Ausgestaltung der neuen Beziehung dennoch von erheblicher Bedeutung sein, wenn sie sich so verfestigt hat, dass eine weitere uneingeschränkte Inanspruchnahme des früheren Ehepartners unbillig erscheinen kann.

Auch getrennte Wohnungen (Living Apart Together) schließen eine verfestigte Lebensgemeinschaft nicht aus. Je stärker die Partner ihren Alltag und ihre wirtschaftlichen Verhältnisse getrennt organisieren, desto sorgfältiger müssen jedoch sämtliche Umstände des Einzelfalls geprüft werden.

Verfestigte Lebensgemeinschaft nachweisen? Jetzt unverbindlich zu Ermittlungen bei einem eheähnlichen Verhältnis beraten lassen

Sie haben konkrete Anhaltspunkte dafür, dass Ihr ehemaliger Partner in einer verfestigten Lebensgemeinschaft lebt und sich dies auf den nachehelichen Unterhalt auswirken könnte?

Unsere Detektei prüft gemeinsam mit Ihnen, ob eine Beweissicherung im konkreten Fall sinnvoll und rechtlich zulässig ist. Durch diskrete Observationen im legalen Bereich und weitere zulässige Ermittlungsmaßnahmen dokumentieren unsere erfahrenen Privatdetektive objektive Tatsachen, die Ihrem Fachanwalt als Grundlage für die weitere rechtliche Bewertung dienen können.

Vor jeder Beauftragung erhalten Sie eine transparente Einschätzung der Erfolgsaussichten, des voraussichtlichen Ermittlungsumfangs und der zu erwartenden Kosten. Selbstverständlich behandeln wir Ihr Anliegen streng vertraulich.

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