Frauen gehen aus unterschiedlichen Gründen fremd. Emotionale Distanz, sexuelle Unzufriedenheit, der Wunsch nach Bestätigung, neue Anziehung oder Ärger über den Partner gehören zu den möglichen Motiven. Mehrere Beweggründe können zusammenkommen. Aus dem Geschlecht oder einem einzelnen Verhalten lässt sich der Grund einer Affäre nicht ablesen.
Eine Erklärung ist keine Entschuldigung: Wer vereinbarte Grenzen heimlich überschreitet, trägt Verantwortung dafür. Probleme in einer Beziehung machen den betrogenen Partner nicht für die Untreue verantwortlich.
Autorin: Svenja Meismann, Detektivin und 3rd Vice President der World Association of Detectives (WAD).
Fachkundige Prüfung: Paartherapeutin Andrea Bräu.
Für manche Paare ist ein Kuss bereits Untreue. Andere ziehen die Grenze bei sexuellen Kontakten oder einer heimlichen emotionalen Beziehung. Auch intime Nachrichten und verdeckte Treffen können eine Rolle spielen. Entscheidend ist, welche Form von Exklusivität beide vereinbart haben und worauf sie sich verlassen durften.
Eine einvernehmlich offene Beziehung ist deshalb nicht mit einer heimlichen Affäre gleichzusetzen. Auch dort gibt es Absprachen, die jemand verletzen kann. Umgekehrt ist eine enge Freundschaft nicht automatisch Fremdgehen.
Wer sich fragt, ab wann es eine Affäre ist, sollte daher zwei Fragen auseinanderhalten: Was ist tatsächlich geschehen? Und welche gemeinsame Grenze betrifft es? Ohne diese Unterscheidung sprechen Partner leicht über unterschiedliche Dinge, obwohl beide denselben Begriff verwenden.
Es gibt weder die typische untreue Frau noch einen Ablauf, der zwangsläufig in eine Affäre führt. Die folgenden Motive helfen, über einen konkreten Fall nachzudenken. Sie sind keine Rangliste und kein Test, mit dem sich das Verhalten einer Partnerin vorhersagen lässt.
Eine Frau erlebt sich vielleicht überwiegend als Organisatorin des Alltags. Gespräche drehen sich um Termine, Haushalt oder Kinder. Für persönliche Gedanken scheint kaum Platz zu bleiben. Wenn eine andere Person aufmerksam zuhört, kann sich dieser Kontakt besonders intensiv anfühlen.
Das beschreibt eine mögliche Erfahrung, keine zwangsläufige Folge. Andere Menschen sprechen ihre Unzufriedenheit an, suchen Unterstützung oder beenden eine Beziehung. Fehlende Zuwendung erklärt unter Umständen, was jemand außerhalb der Partnerschaft sucht. Sie nimmt der betreffenden Person aber nicht die Entscheidung darüber ab, wie sie damit umgeht.
Wichtig ist auch die Perspektive: Das Gefühl, vernachlässigt zu sein, und die Absicht des Partners sind nicht dasselbe. Beide können die Beziehung sehr unterschiedlich erleben.
Es wird viel gesprochen, aber kaum über das, was weh tut. Auch das ist möglich. Eine Frau hält ihre Wünsche zurück, weil sie eine Auseinandersetzung vermeiden möchte. Oder Gespräche verlaufen so festgefahren, dass beide schon vor dem ersten Satz mit dem nächsten Streit rechnen.
Ein neuer Kontakt bietet dann womöglich einen Raum, in dem sie anders über sich spricht. Daraus entsteht nicht automatisch eine Affäre. Problematisch wird es, wenn jemand die Nähe heimlich ausbaut und zugleich den Eindruck aufrechterhält, die bisherigen Vereinbarungen zu respektieren.
„Wir müssen mehr reden“ bleibt als Antwort zu allgemein. Hilfreicher ist die Frage, worüber bisher nicht gesprochen wurde: sexuelle Wünsche, Kränkungen, Überforderung oder Zweifel an der gemeinsamen Zukunft?
Sexuelle Motive sind nicht Männern vorbehalten. Auch Frauen wünschen sich Abwechslung, mehr Begehren oder Erfahrungen, für die sie in ihrer Beziehung keinen Platz sehen. Dabei geht es nicht zwingend um die Zahl sexueller Kontakte. Entscheidend kann ebenso sein, wie frei jemand Wünsche äußern darf oder ob die Sexualität als gegenseitig befriedigend erlebt wird.
Unterschiedliche Bedürfnisse begründen allerdings keinen Anspruch auf Sex. Niemand muss sexuellen Handlungen zustimmen, um die Treue des Partners zu sichern. Die Verantwortung liegt darin, Unterschiede ehrlich zu besprechen und eine Entscheidung über die Beziehung zu treffen, statt Absprachen heimlich zu umgehen.
Manchmal fehlt auch in einer sexuell lebendigen Partnerschaft etwas anderes. Aus der gemeinsamen Sexualität allein lässt sich deshalb weder eine Affäre ausschließen noch ihr Grund erklären.
Für manche Menschen liegt der Reiz einer Affäre darin, sich aus einem anderen Blickwinkel zu erleben. Eine neue Bekanntschaft sieht nicht die jahrelange gemeinsame Geschichte, sondern begegnet ihnen mit Neugier. Komplimente oder sexuelles Interesse vermitteln das Gefühl, attraktiv und interessant zu sein.
Diese Suche nach Bestätigung muss nicht bedeuten, dass der Partner zu wenig Anerkennung gibt. Sie kann auch mit den eigenen Unsicherheiten zusammenhängen. Wer die gesamte Erklärung beim Verhalten des betrogenen Partners sucht, übersieht diesen Unterschied.
Für die Aufarbeitung wäre deshalb zu fragen: Was sollte die Bestätigung verändern? Und weshalb erschien ein heimlicher Kontakt als der passende Weg?
Nach einem eigenen Vertrauensbruch des Partners liegt der Gedanke nahe, ihm dieselbe Verletzung zuzufügen. Eine Affäre kann dann Ausdruck von Wut oder der Versuch sein, sich weniger ausgeliefert zu fühlen. Sie ist dadurch weder eine gerechte Lösung noch eine verlässliche Möglichkeit, das eigene Leid zu verringern.
Aus dem Wunsch nach Vergeltung lässt sich auch nicht ableiten, dass sexuelles Interesse oder Gefühle keine Rolle spielen. Motive schließen einander nicht aus. Jemand kann wütend sein und sich gleichzeitig zu einer anderen Person hingezogen fühlen.
Eine Affäre muss nicht lange geplant sein. Aus Nachrichten werden vertrauliche Gespräche, aus diesen Gesprächen Treffen, die der Partner nicht kennen soll. In anderen Fällen überschreitet jemand eine Grenze bei einer einzelnen Begegnung.
Ein Arbeitskontakt, eine Reise oder ein Dating-Angebot schafft zunächst nur eine Gelegenheit. Der Rahmen erklärt nicht, warum eine bestimmte Person diese Gelegenheit nutzt. Ebenso wenig macht eine Betriebsfeier oder eine Freundschaft jemanden automatisch untreu.
Wer das Geschehen später als „Es ist einfach passiert“ beschreibt, lässt womöglich wichtige Entscheidungen aus. Für ein ehrliches Gespräch lohnt es sich, die Schritte einzeln anzusehen: Ab wann wurde etwas verborgen? Wann war klar, dass eine gemeinsame Grenze berührt ist?
Mitunter hat sich eine Frau innerlich bereits von der Beziehung entfernt, ohne die Trennung auszusprechen. Eine neue Verbindung wird dann zum Ausweg aus einer Entscheidung, die sie bisher vermieden hat. Bei anderen geht es eher darum, mehrere Wünsche gleichzeitig zu verfolgen und die Folgen für den Partner auszublenden.
Auch eine lange gemeinsame Geschichte oder ein Familienalltag sagt für sich genommen wenig darüber aus, wie verbindlich jemand die Partnerschaft gerade erlebt. Darüber lässt sich nur im konkreten Fall sprechen. Pauschale Behauptungen, verheiratete Frauen seien besonders treu oder besonders geschickt im Verheimlichen, helfen nicht weiter.
Liebe, Loyalität und Verhalten decken sich nicht immer. Ein Mensch kann an seiner Partnerschaft hängen und trotzdem Entscheidungen treffen, die sie verletzen. Eine Affäre bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sämtliche Gefühle für den Partner verschwunden sind. Die Aussage „Ich liebe dich“ erklärt umgekehrt nicht, warum die vereinbarte Treue missachtet wurde.
Für den betrogenen Partner ist oft entscheidender, was nach dem Bekanntwerden folgt: Übernimmt die Frau Verantwortung? Beantwortet sie Fragen ehrlich? Ist sie bereit, die Folgen ihres Handelns anzuerkennen, ohne sofort Gegenforderungen zu stellen?
Verstehen verpflichtet nicht zum Verzeihen. Sie dürfen nach Gründen fragen und dennoch zu dem Schluss kommen, dass Sie die Beziehung nicht fortsetzen möchten. Ebenso müssen Sie nicht sofort eine endgültige Entscheidung treffen.
Der Satz „Es war nur Sex“ verändert nicht automatisch die Bedeutung des Vertrauensbruchs. Maßgeblich ist auch, welche Grenze für den anderen verletzt wurde. Umgekehrt lässt sich aus einer emotionalen Bindung außerhalb der Partnerschaft nicht in jedem Fall auf sexuelle Kontakte schließen.
Eine allgemeingültige Antwort lässt sich aus einzelnen Umfragen nicht ableiten. Schon die Definition verändert das Ergebnis: Fragt eine Untersuchung nach Geschlechtsverkehr, nach Küssen oder auch nach heimlichen Onlinekontakten? Bezieht sie sich auf das ganze Leben oder auf die aktuelle Beziehung? Wer wurde befragt?
Ergebnisse einer freiwilligen Onlinebefragung oder einer Dating-Plattform beschreiben zunächst deren Teilnehmer. Sie stehen nicht automatisch für alle Frauen in Deutschland. Auch das Alter einer untersuchten Gruppe liefert keinen Zeitpunkt, ab dem eine Affäre zu erwarten wäre.
Deshalb nennt dieser Beitrag keine pauschale Fremdgehquote für Frauen. Prozentzahlen aus Ermittlungsaufträgen wären ebenfalls kein Maßstab für die Gesamtbevölkerung: Wer eine Detektei einschaltet, kommt bereits mit einem besonderen Anlass. Daraus lässt sich das Verhalten einer beliebigen Partnerin nicht vorhersagen.
Die Suche nach Motiven beantwortet noch nicht, ob überhaupt eine Affäre stattfindet. Weniger Zärtlichkeit, ein neues Hobby oder veränderte Termine haben mehrere mögliche Erklärungen. Auch Anzeichen für Fremdgehen sind zunächst Hinweise, keine Beweise.
„Sie kam an zwei Abenden später als angekündigt“ beschreibt einen Vorgang. „Sie trifft bestimmt jemanden“ ist bereits eine Schlussfolgerung. Halten Sie diese Ebenen auseinander, bevor Sie ein Gespräch führen. So bleibt erkennbar, was Sie wissen und worauf sich Ihre Sorge stützt.
Eine ausweichende Antwort kann Sie verunsichern. Sie beweist für sich genommen aber ebenso wenig Untreue wie eine ruhige Reaktion die Treue beweist. Ein Gespräch ist kein Lügendetektortest.
Wählen Sie nach Möglichkeit einen Zeitpunkt, an dem Sie ungestört sprechen können. Statt eine Erklärung vorzugeben, beschreiben Sie das Ereignis und fragen nach dem Zusammenhang. Beispielsweise: „Du hattest mir einen anderen Ablauf genannt. Jetzt verstehe ich nicht, was an diesem Abend passiert ist. Bitte erkläre es mir.“
Sie müssen Ihre Wahrnehmung dabei nicht kleinreden. Aber auch eine starke Vermutung gibt Ihnen kein Recht, heimlich Passwörter zu umgehen, Konten auszulesen oder Ortungstechnik einzusetzen. Wenn ein Gespräch nicht weiterführt, entscheiden Sie über Ihre nächsten Schritte anhand der konkreten Situation.
Nach dem Bekanntwerden drängen viele Fragen gleichzeitig auf: Wie lange ging das? Besteht noch Kontakt? Was wurde verschwiegen? Nicht jede Antwort muss im ersten Gespräch vorliegen. Hilfreich ist, zunächst die Tatsachen zu klären, die für Ihre nächsten Entscheidungen wichtig sind.
Wenn beide die Beziehung fortsetzen möchten, gehört die Verantwortung für den Vertrauensbruch auf den Tisch. Schwierigkeiten in der Partnerschaft dürfen Thema sein. Sie sollten aber nicht dazu dienen, die Täuschung dem anderen zuzuschieben.
Auch künftige Absprachen brauchen Inhalt. Was bedeutet Ehrlichkeit über weitere Kontakte? Welche Grenzen gelten? Welche Informationen braucht der betrogene Partner, ohne dass daraus eine dauerhafte gegenseitige Kontrolle entsteht?
Eine Paarberatung bietet einen Rahmen, diese Fragen mit Unterstützung zu besprechen. Ihr Ziel muss nicht zwingend die Fortsetzung der Beziehung sein. Sie kann auch helfen, unterschiedliche Wünsche zu klären oder eine Trennung zu besprechen. Wer allein Unterstützung sucht, muss dafür nicht auf die Bereitschaft des Partners warten.
Für die konkrete Situation nach einem bestätigten Fremdgehen finden Sie weitere Anregungen im Beitrag Ehefrau geht fremd: Was tun?.
Eine Detektei untersucht feststellbare Sachverhalte. Eine zulässige Observation kann beispielsweise dokumentieren, wo eine Person sich zu einem vereinbarten Prüfzeitraum aufhält und welche sichtbaren Kontakte stattfinden. Sie liest keine Gedanken und erklärt keine Gefühle.
Ein Privatdetektiv beantwortet daher nicht die psychologische Frage „Warum liebt sie jemand anderen?“. Auch aus einem gemeinsamen Treffen folgt nicht automatisch ein sexuelles Verhältnis. Ein Bericht muss diese Grenzen erkennen lassen und darf eine Vermutung nicht als feststehende Tatsache ausgeben.
Die Detektei Condor bespricht mit Ihnen, welcher konkrete Anlass vorliegt und welche Frage eine Ermittlung sinnvoll sowie rechtlich zulässig klären könnte. Eine bestimmte Entdeckung lässt sich ebenso wenig garantieren wie das vollständige Ausräumen sämtlicher Zweifel.
Schildern Sie uns, welche Angaben oder Beobachtungen Sie verunsichern. Wir erläutern die Möglichkeiten und Grenzen einer Ermittlung. Die telefonische Erstberatung ist kostenfrei und unverbindlich.
Für eine schriftliche Anfrage nutzen Sie das Kontaktformular.
Das lässt sich nicht für alle Frauen sagen. Erlebte Vernachlässigung ist ein mögliches Motiv neben sexuellen Wünschen, Bestätigung, Ärger, neuer Anziehung oder Zweifeln an der Beziehung. Welche Gründe im Einzelfall eine Rolle spielen, ergibt sich nicht aus einer allgemeinen Liste.
Gefühle für den Partner und untreues Verhalten können nebeneinander bestehen. Liebe hebt den Vertrauensbruch nicht auf. Für die weitere Beziehung zählt deshalb auch, ob die betreffende Person Verantwortung übernimmt und ehrlich mit den Folgen umgeht.
Nein. Eine Affäre setzt keine Verliebtheit voraus. Sexuelle Anziehung, Bestätigung oder andere Beweggründe kommen ebenfalls infrage. Umgekehrt ist eine emotionale Bindung möglich, ohne dass sexuelle Kontakte stattfinden.
Nein. Veränderungen im Alltag oder in der Sexualität haben unterschiedliche mögliche Ursachen. Sie sind ein Anlass für ein Gespräch, aber kein sicherer Nachweis einer Affäre. Konkrete Beobachtungen sollten von ihrer Deutung getrennt bleiben.
Beide Partner können an Schwierigkeiten in der Beziehung beteiligt sein. Für die Entscheidung, gemeinsame Absprachen heimlich zu verletzen, trägt jedoch die untreue Person Verantwortung. Beziehungskonflikte rechtfertigen keine Täuschung.
Ein Privatdetektiv dokumentiert im zulässigen Rahmen äußere Vorgänge. Motive, Gefühle und die Bedeutung einer Beziehung lassen sich daraus nicht sicher ableiten. Dafür braucht es persönliche Klärung, gegebenenfalls mit Unterstützung durch eine Beratung.
Wir sind seit drei Generationen Mitglied in der World Association of Detectives, dem größten Detektiv-Verband der Welt. Im Weltverband stellen wir einen Board Member als Director der WAD.
Über einen unserer Geschäftsführer sind wir Mitglied im Bundesverband des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes e.V. (BuDEG), nachdem er zuvor schon Jahrzehnte im BDD und BID Mitglied war.
Wir sind seit Jahrzehnten Mitglied in der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V. Der Verband ist Mitglied der Public Private Partnership "Sicherheits-Partnerschaft NRW gegen Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität".
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