Die Personensuche mithilfe eines Fotos ist nur dann erfolgreich, wenn das Bild bereits auf öffentlich zugänglichen Webseiten hochgeladen wurde oder prägnante visuelle Anhaltspunkte für weitere Recherchen liefert. Eine umgekehrte Bildersuche kann zwar identische Aufnahmen oder Profile aufspüren, ist jedoch technisch nicht in der Lage, aus einem beliebigen, isolierten Porträtfoto automatisch den Klarnamen einer Person zu bestimmen.
Für erste eigene Recherchen bieten visuelle Suchdienste wie Google Lens, Bing Visual Search oder TinEye einen guten Einstieg. Ein Ausbleiben von Treffern ist jedoch kein Beweis für die Echtheit eines Kontakts: Viele Suchmaschinen erfassen private Profile in sozialen Netzwerken gar nicht erst, und künstlich erzeugte KI-Bilder besitzen systembedingt keinerlei historische Bildquelle im Netz. Wenn die automatisierte Suche scheitert, erfordert eine verlässliche Identifizierung deshalb immer die Verknüpfung mit weiteren, tiefergehenden Ermittlungsansätzen.
Von:
Svenja Meismann, 3rd Vice President der World Association of Detectives (W.A.D.).
Co-Autor und fachliche Prüfung:
Alfons Meismann, Chefdetektiv mit mehr als 50 Jahren Erfahrung, Mitglied der WAD, BuDEG und ÖDV.
Gutes Ausgangsbild
Originaldateien und scharfe Fotos liefern meist bessere Ansatzpunkte als kleine Screenshots.
Mehrere Suchwege
Verschiedene Bildsuchmaschinen verfügen über unterschiedliche Indizes und Suchverfahren.
Fundstelle prüfen
Ein ähnliches Gesicht ist noch keine Identifizierung. Quelle und Kontext müssen passen.
Zusatzdaten nutzen
Name, Ort, Beruf, Telefonnummer oder Nutzername können eine Bildrecherche erheblich verbessern.
Sie möchten eine Person anhand eines Fotos überprüfen?
Wenn Ihre eigene Bildersuche keine eindeutige Antwort liefert, können wir prüfen, welche weiteren Rechercheansätze mit dem vorhandenen Foto und zusätzlichen Informationen möglich sind. Eine Identifizierung lässt sich nicht in jedem Fall garantieren.
Bei der klassischen Rückwärtssuche wird nicht zuerst ein Name, sondern ein Bild als Suchgegenstand verwendet. Der Suchdienst analysiert visuelle Merkmale und sucht nach identischen, veränderten oder ähnlichen Bildern in seinem eigenen Index. Wird das Foto auf einer Webseite gefunden, können dort zusätzliche Informationen wie ein Name, ein Benutzerkonto, ein beruflicher Zusammenhang oder eine ältere Veröffentlichung stehen.
Das ist etwas anderes als die Behauptung, eine Suchmaschine könne jede abgebildete Person anhand ihres Gesichts eindeutig identifizieren. Eine visuelle Übereinstimmung muss immer geprüft werden. Zwei ähnlich aussehende Menschen sind nicht dieselbe Person, und auch ein identisches Foto kann unter einem falschen Namen veröffentlicht worden sein.
Der eigentliche Recherchewert liegt oft in der Fundstelle.
Nicht das ähnliche Bild allein beantwortet die Frage, sondern die Webseite, auf der es erscheint, das Veröffentlichungsdatum, der dort genannte Name und weitere Informationen, die sich anschließend überprüfen lassen.
Google bietet die visuelle Suche heute über Google Lens an. Je nach Gerät können Sie ein Bild hochladen, ein vorhandenes Bild auswählen oder eine auf einer Webseite angezeigte Aufnahme für die Suche verwenden. Anschließend werden visuell passende Bilder und dazugehörige Webseiten angezeigt.
Bestes Foto auswählen
Verwenden Sie möglichst eine hochauflösende Aufnahme. Ein mehrfach weitergeleiteter Messenger-Screenshot enthält weniger Bildinformationen.
Gesamtbild durchsuchen
Beginnen Sie mit dem vollständigen Foto. Kleidung, Gebäude oder andere Elemente im Hintergrund können zusätzliche Treffer erzeugen.
Interessanten Bereich auswählen
Je nach Ergebnis kann es sinnvoll sein, den Suchbereich auf die Person oder ein markantes Detail zu begrenzen.
Fundstellen öffnen
Prüfen Sie nicht nur die Vorschaubilder. Öffnen Sie die gefundenen Seiten und achten Sie auf Namen, Datum und Zusammenhang.
Varianten des Fotos testen
Wenn mehrere Aufnahmen derselben Person vorhanden sind, suchen Sie diese einzeln. Ein anderes Motiv kann völlig andere Fundstellen liefern.
Ergebnisse dokumentieren
Bei einem wichtigen Sachverhalt sollten relevante URLs und Fundstellen festgehalten werden, bevor ein Profil oder eine Webseite verschwindet.
Eine einzige Bildsuchmaschine deckt das Internet nicht vollständig ab. Deshalb kann ein Foto bei einem Dienst erfolglos bleiben und bei einem anderen zu einer relevanten Fundstelle führen.
| Suchweg | Wofür er sinnvoll sein kann |
|---|---|
| Google Lens | Allgemeine visuelle Suche nach ähnlichen Bildern, Motiven und Webseiten. |
| Bing Visual Search | Alternative visuelle Suche mit einem anderen Suchindex. |
| TinEye | Besonders interessant, wenn verschiedene Fundstellen oder Versionen eines konkreten Bildes gesucht werden. |
| Yandex Images | Kann bei internationalen Recherchen zusätzliche Ergebnisse liefern, die in anderen Suchindizes fehlen. |
| Spezialisierte Gesichtssuchdienste | Können auf Gesichtsähnlichkeiten ausgerichtet sein. Datenschutz, Nutzungsbedingungen, Kosten und Aussagekraft sollten vor der Verwendung geprüft werden. |
Nicht jedes Werkzeug ist für jeden Nutzer frei verfügbar.
Der alte Artikel nannte unter anderem Clearview in einer allgemeinen Liste von Diensten. Solche spezialisierten Gesichtserkennungssysteme sollten nicht mit frei zugänglichen Bildsuchmaschinen gleichgesetzt werden. Verfügbarkeit und zulässige Nutzung unterscheiden sich erheblich.
Die Qualität des Ausgangsmaterials beeinflusst die Suche. Noch wichtiger ist jedoch, die Bildersuche nicht isoliert zu betrachten. Schon wenige zusätzliche Angaben können aus einem unspezifischen Bildtreffer einen brauchbaren Rechercheansatz machen.
Mehrere Originalfotos
Unterschiedliche Aufnahmen können verschiedene Webseiten oder Profile erschließen. Möglichst keine unnötig bearbeiteten Kopien verwenden.
Hintergrund nicht sofort abschneiden
Hotelnamen, Logos, Straßenschilder, Landschaften oder Gebäude können für die Recherche wertvoller sein als das Gesicht.
Namen und Schreibweisen
Ein angeblicher Name kann zusammen mit einer Fundstelle gesucht werden. Auch abweichende Schreibweisen und Aliasnamen berücksichtigen.
Nutzername und Profilname
Ein wiederverwendeter Benutzername kann Verbindungen zwischen unterschiedlichen Plattformen sichtbar machen.
Ort und Beruf
Behaupteter Wohnort, Arbeitgeber oder Beruf helfen dabei, gefundene Personen voneinander abzugrenzen.
Telefon und E-Mail
Wenn solche Daten rechtmäßig vorliegen, können sie zusätzliche Anknüpfungspunkte für die Identitätsprüfung bieten.
Der größte Fehler bei der Personensuche mit Bildern besteht darin, einen optisch überzeugenden Treffer vorschnell als Beweis zu behandeln. Je nach Bildqualität können sich Personen stark ähneln. Umgekehrt kann dieselbe Person auf Aufnahmen aus verschiedenen Lebensphasen deutlich anders aussehen.
| Ergebnis | Was daraus folgt |
|---|---|
| Identisches Foto unter demselben Namen | Guter Anknüpfungspunkt, aber Quelle und übrige Identitätsdaten sollten trotzdem geprüft werden. |
| Identisches Foto unter anderem Namen | Starkes Warnsignal. Mindestens eine Zuordnung kann falsch sein. |
| Nur optisch ähnliche Person | Keine sichere Identifizierung. Weitere Merkmale müssen übereinstimmen. |
| Foto auf einer älteren Webseite | Kann eine wertvolle historische Spur liefern, sagt aber nicht automatisch etwas über den heutigen Aufenthaltsort aus. |
| Kein Ergebnis | Kein Beweis dafür, dass die Person oder das Bild nicht online vorkommt. |
Ein negatives Suchergebnis wird leicht überbewertet. Google, Bing, TinEye und andere Anbieter besitzen unterschiedliche Bildindizes. Nicht jede Webseite wird erfasst. Inhalte hinter Logins, viele Social-Media-Profile oder private Accounts können für die Suchmaschine unsichtbar bleiben.
Auch technisch veränderte Bilder erschweren die Suche. Ausschnitte, Spiegelungen, Filter, neue Hintergründe oder starke Kompression können dazu führen, dass ein bereits vorhandenes Bild nicht ohne Weiteres wiedergefunden wird.
Kein Treffer heißt nur: Mit diesem Bild und diesem Suchweg wurde keine passende Fundstelle gefunden. Es heißt nicht, dass die behauptete Identität stimmt.
Bei künstlich erzeugten Porträts gibt es möglicherweise überhaupt kein Originalfoto einer realen Person. Das Gesicht wurde dann von einem Bildgenerator erzeugt und taucht vor seiner Verwendung nirgends im Internet auf. Eine klassische Rückwärtssuche kann deshalb ohne Ergebnis bleiben, obwohl das Profil vollständig erfunden ist.
Auch die Suche nach typischen KI-Fehlern liefert keine sichere Antwort. Moderne Generatoren erzeugen Gesichter, Haut, Haare und Hintergründe immer überzeugender. Deshalb sollte bei Zweifeln die behauptete Identität insgesamt geprüft werden: Gibt es nachvollziehbare berufliche Spuren? Passen Wohnort, Name, Telefonnummer und andere Profile zusammen? Existieren unabhängige Quellen?
Mehr zu diesem speziellen Problem finden Sie in unserem Ratgeber Fake Bilder beim Online-Dating erkennen.
Ein typischer Anlass für Bildrecherchen sind Online-Bekanntschaften. Der Kontakt schickt mehrere attraktive Fotos, erzählt eine detaillierte Lebensgeschichte und ist persönlich trotzdem nicht greifbar. Gerade bei einem möglichen Romance Scam können gestohlene Bilder einer völlig unbeteiligten Person verwendet werden.
Findet die Rückwärtssuche dasselbe Foto unter einem anderen Namen, ist das ein starkes Indiz für eine falsche Identität. Aber Vorsicht: Die real abgebildete Person ist damit nicht automatisch der Betrüger. Sie kann selbst Opfer eines Bilddiebstahls sein.
Bei solchen Fällen ist deshalb der Abgleich der gesamten Geschichte sinnvoll. Hinweise dazu finden Sie auch unter Herausfinden, ob jemand Fake ist und Love Scammer identifizieren.
Wenn die frei zugänglichen Bildsuchmaschinen keine eindeutige Antwort liefern, kann eine weitergehende Recherche sinnvoll sein. Dabei wird das Foto nicht als alleiniger Beweis behandelt, sondern als ein Ausgangspunkt unter mehreren.
Je nach Fall können Fundstellen von Bildern mit Namen, Nutzernamen, bekannten Orten, beruflichen Angaben, Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder anderen rechtmäßig vorliegenden Informationen abgeglichen werden. Auch eine strukturierte Internet- und OSINT-Recherche kann neue Zusammenhänge ergeben.
Eine seriöse Personensuche kennt Grenzen.
Wir können nicht versprechen, eine unbekannte Person allein anhand eines Fotos eindeutig zu identifizieren. Fehlen öffentliche Fundstellen und weitere verwertbare Anknüpfungspunkte, kann eine Recherche auch ohne eindeutiges Ergebnis enden.
Person anhand eines Fotos überprüfen lassen
Sie verfügen über ein oder mehrere Bilder und möchten wissen, ob sich daraus eine überprüfbare Identität oder eine andere relevante Fundstelle ableiten lässt? Senden Sie uns zunächst die vorhandenen Informationen. Wir prüfen, welche Rechercheansätze für den konkreten Fall sinnvoll sind.
Fotos von Menschen sind personenbezogene Daten. Werden Bilder zur Identifizierung oder für weitergehende Ermittlungen verarbeitet, kommt es deshalb auf den konkreten Zweck, die Rechtsgrundlage und die Umstände des Falls an. Technische Machbarkeit bedeutet nicht automatisch rechtliche Zulässigkeit.
Für professionelle Ermittlungen prüfen wir deshalb vorab, welcher Auftrag vorliegt und welches berechtigte Interesse der Auftraggeber an der Recherche hat. Eine Bildersuche darf nicht dazu dienen, beliebige unbekannte Menschen ohne nachvollziehbaren Grund auszuforschen oder zu überwachen.
Fake Bilder beim Online-Dating erkennen
Fotos, Bildquellen und KI-generierte Profilbilder richtig einordnen.
Suchoperatoren, Quellenprüfung und strukturierte Online-Recherche.
Recherchewege, wenn statt eines Fotos vor allem der Name einer Person bekannt ist.
Name zu einer Handynummer suchen
Möglichkeiten und Grenzen der Recherche anhand einer Telefonnummer.
Wir sind seit drei Generationen Mitglied in der World Association of Detectives, dem größten Detektiv-Verband der Welt. Im Weltverband stellen wir einen Board Member als Director der WAD.
Über einen unserer Geschäftsführer sind wir Mitglied im Bundesverband des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes e.V. (BuDEG), nachdem er zuvor schon Jahrzehnte im BDD und BID Mitglied war.
Wir sind seit Jahrzehnten Mitglied in der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V. Der Verband ist Mitglied der Public Private Partnership "Sicherheits-Partnerschaft NRW gegen Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität".
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*Nicht in jeder Stadt unterhalten wir örtliche Büros, um zu Ihren Gunsten unnötige Mehrkosten zu vermeiden. Alle Einsätze werden von unserer zentralen Leitstelle in Dorsten, Nordrhein-Westfalen koordiniert und verwaltet. Unsere Detektiv-Hotline 0800 – 11 12 13 14 ist kostenlos und die *Rufumleitungen sind zum Ortstarif nutzbar. Es entstehen Ihnen hierbei keine Zusatzkosten. Die Bearbeitung der operativen Einsätze vor Ort erfolgt schnell und effektiv durch unsere mobilen und bundesweit aufgestellten Einsatzkräfte. Die hohe Verfügbarkeit unserer Einsatzkräfte ermöglicht es uns, bundesweit schnelle und effektive Einsätze, nahezu zu jeder Zeit und an jedem Ort, durchzuführen.